Gleich eine Pause

Sonntag, 24.06

Natürlich wie jeden Tag zu früh aufgewacht – keine Wellen – 6 Uhr hat mich die Morgensonne aufgeweckt. Ein wenig hin und her drehen im Schlafsack. Es hilft nichts, ich bekomme erst um 3/4 8 Uhr einen Kaffee im Lokal oben.

Es zieht immer mehr zu und ich hoffe, dass ich nicht die Persenning montieren muss. So gehe ich mit der Zahnbürste auf den Hang zum Morgenkaffee. Cappuccino! Die Zähne darf ich mir in der Toilette putzen 🙂 . Sehr freundlicher Familienbetrieb.

Während ich den Kaffee genieße, kommt mir die Idee ein paar Tage hier zu bleiben – habe ja Zeit – jetzt.

Frage die Belgierin ob man für ein paar Tage ein Zimmer haben kann – kein Problem. Der Chef kann mir das Zimmer bis. max. Montag geben. Nehm ich – 200 kn und 10 Euro Einzelzimmerzuschlag. Das Boot soll ich zur Sicherheit an einen Betonblock unter Wasser hängen. Bekomme gleich den Schlüssel. Zimmer mit Blick aufs Boot.

Hintern Baum sieht man den Mast 🙂

Das Zimmer ist leider – oder zu meinem Training im 2. Oberteil. Das heisst noch Treppen steigen.

Der Balkon in der Mitte ist meiner 🙂

Räume die wichtigsten Sachen vom Boot aufs Zimmer. Gewand und das ganze techn. Zeugs.

Einen Bankomat werde ich bauchen, habe zwar einige Kuna aber nicht um über eine längere Zeit das Zimmer zu bezahlen und hier gilt nur Bares. Zuerst stand nur Rab (min. 10km) zur Debatte, die Belgierin sagte, dass sie mich mit ihrem Quad zu einem näheren Bankomat fahren kann. Lasse ich mir als Option offen und bedanke mich für das Angebot.

Im Laufe des Vormittags hänge ich die Lola an einen Betonblock – zum Glück nur in Badehosentiefe 🙂 , da kann ich 2 Leinen durch eine Kette am Grund vom Block weg durchstecken und Lola sicher vertäuen. Natürlich setzte ich eine gelbe Ankerboje dazu.

Im Hintergrund die Mauer wo ich nicht vertäuen durfte.

Ein paar Mal muss ich noch zwischen Zimmer und Boot pendeln, einmal Hut und Sonnenbrille, da sich die Sonne wieder zeigt und Wind aufkommt. Eine kleine Bora, die sich am Nachmittag auf NW dreht.

Ich teile meine Entschluss Renate mit und die ist mit meiner Entscheidung voll und ganz einverstanden. Für mich ist es sehr ungewöhnlich kein Auto zur Verfügung zu haben. Weit weg. Fährschiff (Katamaran) bis Rijeka, Bahn nach Wien (wenn es eine Verbindung dorthin gibt) und eventuell zur Kur in Kärnten. Also dann alles retour, Anhänger von Grado holen und mit der Autofähre nach Rab. Dort Boot kranen lassen und nach Hause. Mit dem Gedanken spiele ich, wenn ich mir die Wettervorhersage ansehe. Bora folgt auf Bora, vielleicht 1,2 Tage keine Bora, aber bis jetzt war es nicht anders und diese Woche? Bis jetzt nichts besser! – wenn ich so überlege, weiss ich jetzt, dass Rund Italien für mich nicht möglich gewesen wäre, Da hätte ich zu viel Angst – das weiss ich jetzt. Das ist aber nur eine Variante. Es vermiest mir das launenhafte Wetter schon das Vergnügen. Aber … ich habe Zeit.

Schreibe am Zimmer den Blog nach, gehe runter zum Steg um Sonne zu tanken und ein wenig schwimmen.

Beim runtergehen lädt mich der Chef des Haues auf ein gutes 1/8 Wein ein, da ich ihm beim Lammbraten am Spiess ein wenig Gesellschaft leiste. Ich werde gefragt ob ich am Abend auch ein Lamm will. Ich bin mir sicher, dass es gut ist, aber nicht meine Sache.

Am Abend gemütlich auf ein MischMasch (1/2 Orangensaft/Rotwein nicht durcheinander gerührt). und eine Pizza. Das Lokal war fast ganz voll belegt, von der Nachbarschaft sind auch viele gekommen.

Habe es jetzt erfahren: Leider haben die Deutschen über Schweden gesiegt, ich mag die Grosskotzigkeit der (Fussballverrückten) Germanen nicht und hätte mich gefreut, wenn sie gleich in der Vorrunde nach Hause fahren hätten müssen. Ist leider nur ein Wunschtraum! Am Zimmer habe ich noch mit Renate telefoniert und bin bald eingeschlafen.

Montag, 25.06.

Trotz Bett um 6 Uhr munter geworden, also ich schlafe nicht schlecht am/im Boot. Wetter teilweise sonnig und auch in der Hälfte komplett mit Wolken zu. Nutze die Sonne und richte mein Solarpanel zur Sonne um das Handy aufzuladen – denn Ladegerät habe ich ja nicht mit, da ich ja am Boot leben wollte. Lege mich wieder kurz nieder und warte auf den Moment des Morgenkaffees. Um 1/2 8 stehe ich dann endgültig auf, Morgentoilette und zum Frühstück. Leider gibt es nur einen Filterkaffee – kein Problem, auf der BeFree haben wir auch Filterkaffee und das passt schon. Ein Brot mit Schinken und eine Scheibe Käse reichen mir – ich bekomme auch ein gekochtes Ei – ich würde auch mehr bekommen, will ich aber nicht. Dafür einen Apfel danach.

Am Zimmer entschliesse ich mich zum Bankomat zu wandern, der soll an der Kreuzung bei der „Hauptstrasse“ sein. So mache ich mich bei mittlerweile bewölktem Himmel auf den Weg. Gehe auf der Strasse  – sehr eng und einige fahren wie verrückt vorbei (nicht nur die Einheimischen) – bin immer „Sprungbereit“ wenn ein Auto daherkommt. Nach ca 2 km erreiche ich den Bankomat. Am Rückweg gehe ich dann bei einem Kran vorbei, versuche mit wirrschen Wienern mit Motorboot ins Gespräch zu kommen – scheinbar gehe ich denen auf die Nerven, macht nichts, ich gehe weiter. Diesmal am Lungomare entlang. Der führt vom Kran bis vor unser Haus. Hier ein Blick in unsere Bucht, wo ich mir einen Cappuccino als Belohnung gekauft habe.

Sand gibt es hier wirklich und natürlich, wahrscheinlich gefällt es mir hier auch gut.

Am Zimmer schreibe ich weiter am Blog – habe ja viel nachzutragen und überlege wo ich als nächstes hinfahren will. Kurz gehe ich runter zum Steg, ein wenig in der Sonne liegen, natürlich mit Sonnenschutz. Lange bleibe ich nicht. Die angesagte Bora rührt sich und es wird immer windiger.

Vor dem Abendessen schaue ich noch mal zum Boot. Ein alter Mann bindet abgeschnittenes Schilf/Bambus zusammen und verladet es auf sein kleines Boot. Ich helfe ihm und so kommen wir ins plaudern … über Mafia in Cro usw. Er war früher oft in Wien … Jugoslawisches Küstenpatent und Donaupatent hat er unterrichtet. Als wir fertig sind, lädt er mich ein, mitzufahren – ist nur um das Kap herum. Er verspricht mir ein Bier weil ich ihm geholfen habe 🙂 – deswegen fahre ich nicht mit, sondern weil es mich freut.

Hab ihn gefragt ob ich ihn Photografieren darf

Ums Kap herum auch ein paar Häuser, das linke ist sein Restaurant

Helfe ihm beim Anlegen und trage die Bündel auf die Seite. Ein paar Gäste von ihm, helfen dann mit. Ich verabschiede mich von ihm – er bietet mir an mit Lola beim nächsten Mal bei ihm zu liegen – ist ruhiger und er verlangt 100 kn, dafür darf man bei ihm duschen. Ich glaube er vermietet auch Zimmer, da die Helfer sich wie „Stammgäste“ benahmen. Die Bambusrohre verwendet er als Paradeiserstützen, die schneidet er auf Brusthöhe ab.

Abendessen heute wieder mit einem Glas Rotwein und heute Cevapcici. Waren viele und heute mit 2/3 Djuvecreis – das mag ich.

Ein Blick zum Velebit aus dem Gastraum:

Hier türmt sich schon die Wolkenformation

Die Bora hat sich zu einem ausgewachsenen Sturm entwickelt und es rüttelt und pfeift an der Balkontüre. Ein Blick zum Boot – schaut alles gut aus – beruhigt mich.

Dann noch ein wenig mit Renate plaudern, ein wenig Fernsehen und dann bin ich eingeschlafen. Morgen hat Renate ihren AMS Termin, der ihr sehr im Magen liegt (verständlich).

Dienstag, 26.06.

6 Uhr und ich bin munter – die Bora pfeift noch immer am Balkon. Überall hört man was klappern. Ich schaue vom Balkon auf die Lola, Die sehe ich zwar nur wenig, es sieht aber alles ok aus. Lege mich wieder beruhigt hin, stehe dann um 1/2 8 Uhr endgültig auf. Morgentoilette, Bora stürmt noch immer, Wetterbericht kurz nachschauen – nicht besser für morgen – vielleicht kann ich übermorgen nach Cres übersetzen, werde ich aber noch am Wetter entscheiden.

Frühstück wie gestern, nur statt einem Apfel ein Kirschjoghurt – ah ja, die Butterportion ist mir für ein Brot zu viel, deshalb habe ich es für 2 Tage verwendet – habe ja einen Kühlschrank am Zimmer … so schaut mein Reich aus.

mit Solarpanel

…mit dem von Renate sooo geliebten Duschvorhang. Es bläst weiter, ich gehe zur Lola um aus der Nähe nachzusehen – alles in Ordnung. Treffe auch freundliche Deutsche, die ihren Aussenborder von einem Leihboot abmontieren (zahlt sich für die nicht mehr aus, ist deren Kommentar – bei der Windvohersage):

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Plaudere ein wenig und gehe wieder nach oben  – Blog schreiben.  Rufe Renate an, die hat heute ihren leidigen AMS Termin. Höre die Vorgaben von der Institution. Viel mache ich heute nicht, ein wenig überlegen, Blog nachschreiben. Zu Mittag gehe ich eine 3/4 Stunde zum Steg, ein wenig in die Sonne legen und ins Wasser zum Boot schauen. Dann wieder auf Zimmer, es windet noch immer heftig, da spürt man die Sonne nicht und kann sich schnell einen Sonnenbrand holen, den will ich nicht. Am Nachmittag gehe ich heute wieder ins Lokal am Strand auf einen Cappuccino, der ist grösser und auch billiger als in meiner Bleibe – und es sollen auch andere was haben 🙂

Wie ich so meine Mails am Smartphone kontrolliere, sehe ich, dass die Marina geschrieben hat, dass die Schlüssel nicht die richtigen wären – gleich geantwortet und … die Gleichbehandlungskommision hat mich auch angeschrieben, ob ich den Antrag zurückziehe, da es eine Einigung mit der Ex Firma gibt. Auch gleich geantwortet. Dann noch mit Renate geplaudert und ihr davon erzählt. Langsam lässt die Bora wieder nach, bin gespannt wie es morgen ist – lt. Wettervorhersage wie heute.

Bin am späten Nachmittag nochmal auf den Steg gegangen, mit Muttern telefoniert und auch mit Renate. Beim Rückweg habe ich noch für Renate, die so gerne Brunnen hat, den von der Unterkunft abgelichtet:

Jetzt bin ich am Zimmer, schreibe den Rest vom heutigen Tag und warte darauf, dass ich Abendessen gehe. Was ich heute esse? Wahrscheinlich eine Pizza und ein Glas Rotwein.

Ich nutze die Zeit beim Abendessen um mein „Tage/Gedankenbuch“ zu führen, das habe ich heute mit meinen Gedanken, Ängsten, Vorstellungen usw. befüllt.

Ja, es wurde eine Pizza Ruccola (wäre nichts für Renate 🙂 ) und das obligate 1/4 Rotwein. Aufs Haus wie jeden Tag ein Pelinkovac zum Abschluss. Mir hat es geschmeckt, mit Prsut (hauchdünn) und auch Cocktailparadeisern. Ein paar Worte mit den Juniorchef wegen Wetter gewechselt. So viel und lange Bora ist nicht normal! – seine Aussage und Erfahrung.

fast wie gestern – mal abwarten

Am Zimmer, noch ein wenig den Fernseher bemühen, mit Renate noch sprechen, mal schauen was morgen bringt. So wie es jetzt aussieht, frischt die Bora wieder auf.

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